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Mission Zukunftsschule – Zwei Projekttage voller Zukunftsvisionen an der Rudi‑Glöckner‑Oberschule

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20. Mär 2026 - Was passiert, wenn das Schulsystem zusammenbricht und eine Gruppe junger Expert:innen in einer Rakete in die Zukunft reist, um Schule neu zu erfinden? Genau das haben Schüler:innen der Rudi‑Glöckner‑Oberschule erlebt. In der „Mission Zukunftsschule“ entwickelten sie mutige Ideen, stellten kritische Fragen und entwarfen Visionen für eine Lernwelt, in der Beteiligung, Freude und echte Chancengerechtigkeit im Mittelpunkt stehen. Zwei Tage lang wurde diskutiert, geschrieben, gestaltet und laut gedacht und am Ende stand eine Zukunftsschule, die zeigt, wie viel Potenzial in jungen Stimmen steckt.

Wenn das Schulsystem auf der Erde kollabiert, braucht es Mut, Kreativität – und eine Crew junger Expert:innen, die bereit sind, neu zu denken. Genau das geschah an der Rudi‑Glöckner‑Oberschule, wo Schüler:innen der Klassen 5 bis 9 gemeinsam mit mir auf eine außergewöhnliche Reise gingen: Mit einer Rakete starteten sie in die Zukunft, um eine Schule zu entwerfen, die wirklich zu ihnen passt.

Schon der Flyer machte klar: „Lehrer:innen streiken, das Schulsystem bröckelt also startet eine Crew mutiger Schüler:innen eine Mission: Mit einem Raumschiff reisen sie in die Zukunft, um eine Schule zu bauen, die wirklich zu ihnen passt.“

Diese Mission wurde in einer zweitägigen Zukunftskonferenz lebendig – mit Rollenarbeit, Schreibwerkstätten, Improvisation, Szenenentwicklung und einer finalen Präsentation, die die Visionen der Schüler:innen in die Welt hinaustrug.

 

Tag 1: Die Krise verstehen – und den Blick nach vorn richten

Der erste Projekttag stand ganz im Zeichen des Einstiegs in die Fiktion. Nach einem Warm‑up und dem Aufbau eines sicheren Rahmens tauchten die Schüler:innen in das Narrativ ein: „Das Schulsystem steckt in der Krise, es gilt als gescheitert.“

 

  • Rollen übernehmen – Perspektiven wechseln:

Die Teilnehmenden schlüpften in Rollen wie Bildungsminister:in, Neurowissenschaftler:in, Aktivist:in, Lehrkraft oder KI‑Expert:in. Mit Namensschildern und einem kleinen Ritual gelang der Übergang in die Zukunftswelt.

 

  • Krisenkonferenz: Warum ist Schule gescheitert?:

In einer „Einberufung der Krisenkonferenz“ diskutierten die Rollenfiguren zentrale Leitfragen:

  • Warum ist Schule gescheitert?
  • Was funktioniert heute nicht?
  • Was muss sich dringend ändern?
  • Welche Bedingungen braucht Lernen, damit es gelingt?

Die Antworten wurden als Problemkarte gesammelt und bildeten die Grundlage für die weitere Arbeit.

 

  • Schreibwerkstatt: Zukunftsbilder entstehen:

In einer intensiven Schreibphase entwickelten die Schüler:innen erste Visionen. Sie schrieben Sätze weiter wie:

  • „Im Jahr 2029 fühlt sich Schule an wie …“
  • „Die wichtigste Regel dieser Schule lautet …“
  • „In dieser Schule geht niemand mehr verloren, weil …“
  • „Wir lernen Dinge, die wirklich wichtig sind, wie …“

Die entstandenen Texte wurden gesammelt, gelesen, sortiert – und dienten als Rohmaterial für die Zukunftsbilder.

 

  • Zukunftsbilder teilen:

Mit Mikrofon und Impro‑Elementen traten die Schüler:innen nach vorn und präsentierten erste Ideen. „TN treten nach und nach vor und lesen die Impulse vor.“

Eine Zwischenrunde der Konferenz schloss den Tag ab: Welche Ideen tragen wir weiter? Was braucht morgen mehr Raum? Wie soll die Welt von unserem neuen Schulkonzept erfahren?

 

Tag 2: Die Zukunftsschule nimmt Gestalt an

Der zweite Tag begann mit einem Re‑Entry in die Fiktion: „Die Konferenz wird fortgesetzt.“

 

  • Arbeitsgruppen: Konkrete Modelle entwickeln:

In thematischen Gruppen entstanden Bausteine der Zukunftsschule:

  • Lernen & Inhalte
  • Räume & Atmosphäre
  • Regeln & Mitbestimmung
  • Bewertung & Zukunftskompetenzen

Hier entstanden Manifeste, Leitbilder, Stundenpläne, Regeln, Redebeiträge und visuelle Entwürfe.

 

  • Szenische Präsentationen:

In einer zweiten Phase entwickelten die Gruppen kurze Szenen, Lesungen oder Reden, um ihre Visionen sichtbar zu machen. Die Tagesübersicht beschreibt diesen Moment als „Szenische Präsentation“ mit anschließender „Abstimmung, Unterzeichnung, Verlesung“.

 

  • Die Zukunft spricht:

Zum Abschluss wurden die entwickelten Ideen in Reden verwandelt, die die Schüler:innen mit Mikrofon probten – ein Moment, der Mut, Selbstwirksamkeit und Beteiligung spürbar machte.

 

Was bleibt?

Die Projekttage zeigten eindrucksvoll, wie klar und differenziert Schüler:innen benennen können, was Schule heute braucht – und wie kreativ sie Lösungen entwickeln, wenn man ihnen Raum gibt.

Sie entwarfen Schulen, in denen:

  • Lernen Spaß macht
  • Beziehungen im Mittelpunkt stehen
  • Räume inspirieren
  • Regeln gemeinsam entstehen
  • Fehler als Lernchance gelten
  • Technik unterstützt statt überfordert
  • jede Stimme zählt

Oder wie es ein Schreibimpuls ausdrückte: „In dieser Schule kann ich endlich …“

 

Fazit

Mission Zukunftsschule war mehr als ein Projekt – es war ein Zukunftslabor. Ein Ort, an dem Schüler:innen nicht nur gefragt wurden, was sie brauchen, sondern es selbstbewusst formulierten. Ein Raum, in dem sie Verantwortung übernahmen, Perspektiven wechselten und Visionen entwickelten, die weit über den Klassenraum hinausreichen.

Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieser Mission: Die Zukunft der Schule entsteht dort, wo junge Menschen ernst genommen werden – und wo sie selbst zu Gestalter:innen werden.

Projekt

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SELBST.BEWUSST LERNEN. WACHSEN. SICHTBAR WERDEN.

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