Zum Inhalt navigieren

Careleaver*Demo 22

Bild von iOS (33)

28. Mai 2022 - Careleaver*Demo

Am 28.05.2022 auf dem Augustusplatz war es so weit. Careleaver:innen gingen erneut auf die Straße und machen im Rahmen der Demo: „JugendHILFE? Ohne Isolation, Ohnmacht und rechtswidrige Praxis!“ auf ihre Themen aufmerksam. Gegen Stigmatisierung, Gewalt, Geschlossene Unterbringung! Chancen statt Sanktionen! Teilhabe stärken!

Careleaver:innen erleben häufig eine Kosten-Nutzen-Abwägung seitens des Jugendamtes. Ihnen wird vorgerechnet, was sie dem Staat kosten und ihr erstes Einkommen kann bis zu 25 % eingezogen werden Ihnen fehlt so die Möglichkeit, finanzielle Ressourcen für den Start ins Erwachsenenleben anzulegen. Mit 18 Jahren müssen die meisten von ihnen die Jugendhilfe mit Schulden, Schulabbrüchen und wenig Perspektiven verlassen. Dabei hätten sie das Recht, bis zum 27. Lebensjahr Hilfen in Anspruch zu nehmen.  

Die Organisator:innen möchten ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von Careleaver*innen setzen. Sie sind unverschuldet in ihre Situation z.B. wegen Vernachlässigung, Fluchterfahrung und Sterbefälle von Angehörigen geraten. Alle Bürger:innen stehen in der Verantwortung hinzusehen und dem etwas entgegenzusetzen. Anliegen dabei ist es auch, die Vernetzung untereinander zu fördern und Careleaver*innen zu ermuntern, sich für ihre Rechte einzusetzen. Sie brauchen Informationen und Zugang zu Ombudsstellen (Beschwerde- bzw. Schlichtungsstellen), die ihnen unabhängig vom Jugendamt dabei helfen. Es soll auch sichtbar werden, dass niemand allein ist und es eine immer größer werdende Community gibt.

Ein weiteres Thema der Demonstration ist die Abschaffung von freiheitsentziehenden Maßnahmen und geschlossene Unterbringungen. Careleaver*innen werden problematisiert und pathologisiert, um eine geschlossene Unterbringung zu rechtfertigen. Diese Einrichtungen liegen außerhalb der Gesellschaft, werden kaum staatlich beobachtet und fördern Gewalttaten. Freiheitsentziehende Maßnahmen können Fixierung an Betten, Verabreichung von Medikamenten und Einschluss sein. In diesen totalen Institutionen kam es immer wieder zu heftigen Skandalen und Suiziden. Das gehört abgeschafft und gehört nicht zur Jugendhilfe!

Mehr Informationen: jugendhilfeohneohnmacht.org

Projekt

f4c03505-cb6e-4ec2-91b1-66ac6c0d2808

Careleaver* Kollektiv Leipzig
Wir unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene, die sich im Übergang von der stationären Kinder- und Jugendhilfe, wie Wohngruppen und Pflegefamilien, zu einem selbstständigen Leben befinden oder diesen Schritt bereits vollzogen haben.

Alle Blog-Artikel dieses Projekts